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Vorbereitung zur ästhetischen Nasenkorrektur
Die Vorbereitung ist ebenso wichtig wie die eigentliche Operation. Deshalb können Sie hier nicht genug Vorsicht und Umsicht aufbringen. Berücksichtigt werden müssen zahlreiche Aspekte von Seiten des Patienten und des Operateurs.

Bei der Operationsvorbereitung stellen Sie bereits die Weichen für den Operationserfolg. Nehmen Sie sich Zeit und prüfen Sie sorgfältig. Besonders wichtig sind folgende Punkte:

Warum die Operation? Will ich es? Wollen es andere?

  • Was will ich, wie soll die Nase aussehen?
  • Wer soll den Eingriff vornehmen? (Inserate oder Fernsehauftritte als alleinige Informationsquelle sind sicher unzureichend und oft irreführend).
  • Wann kann oder soll die Operation stattfinden? Bin ich körperlich und psychisch dafür fit?
  • Zur eigentlichen Vorbereitung gehören weiterhin die Erhebung der Krankengeschichte, gegebenenfalls eine körperliche Voruntersuchung zur Narkosefähigkeit und evtl. Laboruntersuchungen
  • Medikamente müssen unter Umständen abgesetzt werden: Mindestens zwei Wochen vor dem Operationstermin dürfen Sie keine Präparate mit Acetylsalicylsäure mehr einnehmen (z.B. Aspirin/ ASS, bestimmte Schmerz- und fiebersenkenden Mittel), da sie die Blutgerinnung hemmen. Bei anderen Medikamenten, speziell auch der "Pille", fragen Sie bitte Ihren Arzt
  • Die Operation wird meist in Vollnarkose, gelegentlich auch im sogenannten Dämmerschlaf vorgenommen. Ob ambulant oder stationär, bzw. wie lange stationär, hängt von der Ausdehnung des Eingriffs ab
  • Zur Operationsvorbereitung erhalten Sie abschwellende Nasentropfen oder Spray und die feinen Nasenhaare werden geschnitten. Sie erhalten vorbereitend schon ein beruhigendes Medikament - und es kann losgehen!
  • Bei einer eventuellen unvorhergesehenen akuten Krankheit dient es Ihrer Sicherheit, den Eingriff zu verschieben.


Die Wahl des geeigneten Chirurgen

Nasenoperationen werden von Plastischen Chirurgen und HNO-Ärzten vorgenommen. Beide sollten sich aber auf derartige Operationen spezialisiert haben, um Ihnen als Patient größtmögliche Sicherheit geben zu können.

Sie müssen von Funktion und Ästhetik gleichermaßen viel verstehen.

Die Korrektur der Nase ist einer der häufigsten ästhetischen Eingriffe, aber auch die häufigste ästhetisch-plastische Operation mit unbefriedigendem Ergebnis. Nicht nur die Ästhetik, sondern auch die Funktion muss stimmen. Erreicht wird dies nur von einem Operateur, der von beidem etwas versteht.

Die Funktion der Nase kann der Patient anhand von Bildern nicht überprüfen, dagegen die ästhetischen Ergebnisse, die der in der engeren Auswahl stehende Chirurg erreicht. Leider ist es derzeit in Deutschland gesetzlich verboten, Patientenbilder im Internet zu zeigen. Selbstverständlich können wir Ihnen solche Bilder jedoch im Beratungsgespräch zeigen.

Wichtig ist weiterhin die Frage, wie häufig ein Chirurg einen Eingriff durchführt. Fragen Sie deshalb konkret wie oft er diese Operation in den letzten vier Wochen vorgenommen hat und lassen Sie sich nicht abspeisen mit "im Fernsehen sehen Sie täglich von mir Operierte". Fragen Sie nach Patienten, die von ihm operiert wurden, die mit dem Ergebnis zufrieden und daher auch bereit sind, mit anderen darüber zu sprechen.
In Deutschland darf leider jeder Arzt die Operationen durchführen, die er sich zutraut. Daher ist es für den Operationswilligen wichtig, sich einen Eindruck über die Qualifikation zu verschaffen.

Fachgesellschaften führen Listen ihrer Mitglieder, die Sie Ihnen zusenden können, die aber die Spezialisierungen nicht näher beschreiben und deshalb keine Garantie für die Qualifikation für eine bestimmte Operation z.b. eine Nasenoperation darstellen. Ein Chirurg der alles operiert, kann nicht gleichzeitig hochspezialisiert sein.

Für ambulante Eingriffe ist es wichtig, dass der Operateur/die Klinik nicht allzu weit vom Wohn- oder Aufenthaltsort entfernt ist.
Unterschätzen Sie nicht die "Chemie" zwischen Ihnen und dem Operateur. Vertrauen muss die unbedingte Basis für einen Wahleingriff wie die Nasenkorrektur sein. Wenn Sie einen Beratungstermin bei einem von Ihnen gewählten Chirurgen erhalten haben, vertrauen Sie am besten auf Ihren Eindruck und Ihr Gefühl. Können Sie Ihre Wünsche übermitteln oder lässt man Sie nicht ausreichend zu Wort kommen? Gerade bei der Nase ist es wichtig, dass Sie dem Operateur genau beschreiben können, was Sie sich vorstellen, dass er exakt darauf eingeht und das endgültige Operationsziel im echten "Teamwork" zwischen Arzt und Ihnen festgelegt wird. Spüren Sie das Vertrauen nicht, sollten Sie unbedingt weiter suchen. Lassen Sie sich unbedingt Zeit für Ihre Entscheidung.

Günstig ist es, im Zweifel mehrere verschiedene Chirurgen aufzusuchen.


Wie erkenne ich unseriöse Angebote?

Unseriös ist "marktschreierische" Werbung. Für Ärzte, nicht jedoch für Kliniken oder "Institute" ist Werbung sogar ausdrücklich verboten. Unseriös ist es auch, Sie zu einer Operation zu drängen. Werden Komplikationen verharmlost oder unzureichend erwähnt? Wieviel Zeit nimmt sich der Arzt, Ihnen die Vorbereitung, die Wahl der Technik mit all ihren Vor- und Nachteilen, die Nachbehandlung zu erklären? Zeigt der Arzt Ihnen Vorher-Nachher-Ergebnisse, die Ihnen gefallen und auf Sie ästhetisch wirken? Gibt er Ihnen ausweichende Antworten auf das Endresultat? Bei besonders preiswerten Angeboten (z.B. auch aus dem Ausland) ist die Gefahr hoch, dass am falschen Ort gespart wird, teure Operationen bedeuten andererseits nicht bessere Operationen.

Festlegen des Operationsziels
Nicht alles, was theoretisch machbar ist, lässt sich konkret bei Ihnen durchführen. Nur ein realistisches Operationsziel führt zur anschließenden Zufriedenheit.
Das oberste Ziel der Nasenkorrektur ist nicht die ideale Nase, sondern der zufriedene Patient. Zufriedenheit stellt sich ein, wenn die Wünsche mit den Möglichkeiten in Einklang gebracht wurden, wenn Ästhetik und Funktion stimmen, vor allem aber - in aller Regel - wenn

  • die Nase nicht mehr auffällt
  • der Typ nicht geändert wurde
  • das gesamte Profil harmonisch ist
  • der Operierte nicht operiert aussieht
  • man frei durch die Nase atmen kann.

Der Operateur muss sich Zeit nehmen, genau herauszufinden, was sich der Patient vorstellt. Das muss dann mit den körperlichen Gegebenheiten abgestimmt und eventuell modifiziert werden, denn die Möglichkeiten richten sich nach der Hautqualität und nach der Beschaffenheit der "inneren" Nase. Die ästhetische Korrektur darf die Luftzirkulation nicht behindern. Während der Patient vorrangig an das Äußere der Nase denkt, muss der Chirurg auch die Nasenscheidewand und die Nasenmuscheln berücksichtigen.
Hautqualität
Bei Formänderung wird die Nase meistens verkleinert. Die darüber liegende Haut muss aufschrumpfen können. Die von ihr bedeckte Fläche wird kleiner, die Haut also dicker. Bei bereits vorher dicker Haut ist daher die Verkleinerungsmöglichkeit begrenzt. Dicke Haut schrumpft auch weniger, kann allerdings kleine Unregelmäßigkeiten besser überdecken.
Profil
Die Nase bildet nur einen Teil, wenn auch den markantesten, des Profils. Ein fliehendes Kinn und eine fliehende Stirn können eine große Nase noch zusätzlich betonen, sodass eine Kinnvergrößerung und zum Beispiel eine Änderung der Frisur zur Kaschierung der fliehenden Stirn günstig sein können. Ein zu großes Kinn kann brutal wirken, was noch stärker zum Ausdruck kommt, wenn die Nase verkleinert wird. Hier ist zu überlegen, ob das Kinn ebenfalls verkleinert werden sollte.

Funktion
Die äußere Form bestimmt oft über die Funktion mit - bei einer Schiefnase beispielsweise steht fast immer auch die Nasenscheidewand schief, die Nase wird daher schlechter belüftet. Die Geradestellung der Nase verbessert daher nicht nur das Aussehen, sondern auch die Funktion. Bei verdickter Nasenmuschel-Schleimhaut (z.B. bei Allergie, vegetativer Fehlsteuerung) ist die Nasenatmung ebenfalls behindert. Deshalb kann eine entsprechende Korrektur zusätzlich notwendig werden.

Eine enge innere Nasenklappe kann ebenfalls für die behinderte Nasenatmung verantwortlich sein.


Narben

Die Narben nach einer Nasenoperation liegen vor allem im Naseninnern. Beim offenen Zugang, den wir bevorzugen, weil die Operation dann wesentlich präziser vorgenommen werden kann, entsteht eine kleine Narbe am Nasensteg, die man bei sorgfältiger Nahttechnik nicht sieht. Ebenso wie auch kleinste Narben seitlich am Nasenrücken, die bei einer Nasenverschmälerung notwendig werden können, praktisch nicht sichtbar sind.



Geschlechtsunterschiede
Eine große Nase gilt als männlich, so dass bei Männern nicht überkorrigiert werden sollte. Die Nasenspitze soll den höchsten Punkt des Nasenrückens darstellen, der Nasenrücken sollte gerade verlaufen, bei Frauen eventuell auch leicht durchgeschwungen sein. Bei der Festlegung des Operationsziels und -ausmaßes darf nicht das "schnelle" Ergebnis im Vordergrund stehen, sondern müssen die nächsten Lebensjahrzehnte mit bedacht werden.

Die Nase muss auch nach 30 Jahren noch zufriedenstellend aussehen. Heute geht man daher zurückhaltender vor und stellt das langfristige Ergebnis in den Mittelpunkt.


Wahl des Operationszeitpunktes
Damit die Nachbehandlung möglichst ideal verläuft, muss der Operationszeitpunkt sorgfältig gewählt werden. Nach dem Eingriff ist die Ruhigstellung des Operationsgebietes wichtig, damit alles in Ruhe zusammen heilen kann. Auch die Gesichtsmuskulatur darf nicht übermäßig in Aktion treten (nicht reden - nicht lachen). Die (Gips)schiene muss für eine bis zwei Wochen getragen werden, gesellschaftsfähig ist man erst wieder nach drei Wochen.

In dieser Zeit ist körperliche Schonung wichtig, für mindestens 8-12 Wochen nach Gipsabnahme sollte auf Sport noch verzichtet werden. Die Brille darf zunächst noch nicht getragen werden, was u.a. bei der Berufsausübung berücksichtigt werden muss. Direkte Sonne ist zu meiden. Der Operationszeitpunkt sollte daher so gelegt werden, dass auf diese Besonderheiten der Nachbehandlungsperiode Rücksicht genommen werden kann.
Bei Frauen ist es günstig, den OP-Termin auf einen Zeitpunkt außerhalb der monatlichen Regelblutung zu legen, denn während der Periode ist die Blutungs- und Schwellneigung erhöht.