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News und Videos
In dieser Rubrik möchte ich sie künftig über aktuelle und geplante Aktivitäten, über Probleme, die unser Fachgebiet tangieren und neue Entwicklungen in diesem Bereich informieren.





7th International Congress of Pan Asian Academy of Facial Plastic Surgery combined with 4th Shiraz Rhinology International Course

Vom 11. bis 14 Juli hatte mich Dr. Ali Mesbahi zum viertenmal zum Internationalen Nasenkurs nach Shiraz, der kulturellen Hauptstadt des Iran eingeladen und erneut waren über 400 Teilnehmer gekommen, wobei in diesem Jahr dieser Kongress mit dem 7ten Kongress der asiatischen Gesellschaft für Gesichtschirurgie kombiniert war. Dieser Kongress ist immer hervorragend organisiert und ermöglicht es vielen Kollegen aus den umliegenden Ländern, für die es schwierig und finanziell kaum erschwinglich ist zu solchen Kongressen nach Europa oder nach Amerika zu reisen, sich über den aktuellen Stand und neue Techniken in der Nasenchirurgie zu informieren. Dies gelingt dadurch, dass Dr. Mesbahi die führenden Kollegen auf diesem Gebiet persönlich kennt und viele aufgrund Ihrer Freundschaft mit ihm nach Shiraz kommen und dort über Ihre Erfahrungen berichten. Es war erneut ein hevorragender und sehr erfolgreicher Kongress.

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6. Jahrestreffen der Rhinoplasty Society of Europe


Nachdem ich 2011 in Stuttgart zusammen mit Kollegen aus verschiedenen europäischen Ländern die Rhinoplasty Society of Europe gegründet habe,deren Ziel es ist Kollegen aus verschiedenen Fachrichtungen, d.h. Plastische Chirurgen, HNO-Ärzte und Kieferchirurgen, die an der Nasenchirurgie interessiert sind zusammenzubringen, konnten wir in diesem Jahr zusammen mit meinem Freund und derzeitigen Präsidenten der Russischen Gesellschaft für Plastische, Aesthetische und Wiederherstellungschirurgie, Dr.Konstantin Lipski den 6. Jahreskongress in ganz besonderer Art gestalten, nämlich als wissenschaftlichen Kongress auf einer Flusskreuzfahrt von Moskau nach St. Petersburg. Es war in jeder Hinsicht ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis. Auf einem Boot kann man Fragen nicht ausweichen und so war diese Flussreise auf der Moskwa, der Wolga und dem Wolga-Baltischen Seeweg bis zur Newa in wissenschaftlicher, aber auch in sozialer und kultureller Hinsicht eine ganz besondere Veranstaltung. Einerseits wurden die vielfältigen Problemstellungen der modernen Nasenchirurgie auf einem hohen Level intensiv diskutiert, denn die Faculty, der auch Prof. N. Cerkes und Prof. E. Robotti angehörten, war hochkarätig und alle Teilnehmer waren zwangsläufig immer anwesend, andererseits wurden durch die Exkursionen zu bedeutenden historischen Stätten auf dem Weg die russische Geschichte den Teilnehmern lebendig und verständlich nahegebracht. Die Stimmen der a-capella Männerchöre in den besuchten Klöstern werden immer in den Teilnehmern nachhallen. Und wenn man während der Weissen Nächte von Moskau nach St-Peterburg reist, so sind dies unvergessliche Erinnerungen, sodass es nicht verwundert, dass am Ende alle Teilnehmer begeistert waren und sich eine Wiederholung wünschten.


Bild 1: Moskau: Basilius Kathedrale


Bild 2: Vorträge vor vollem Auditorium auf dem Schiff


Bild 3: Vorträge vor vollem Auditorium auf dem Schiff


Bild 4: Prof. Gubisch, Prof. Cerkes, Prof. Robotti (v. links n. rechts)


Bild 5: Kloster in Uglic


Bild 6: Holzkirche in Kizhi/Karelien


Bild 7: Kirche in Svirstroy


Bild 8: Abendstimmung auf der Wolga auf dem Weg nach St. Petersburg





Unmittelbar nach dem 25. Jubiläumskongress in Stuttgart war ich zu “Masterclass in Rhinoplasty” der British Association of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery nach London in “The Royal Society of Medicine” eingeladen. Solch ein Kongress, der sich nur auf ein spezielles Thema konzentriert, ist fraglos sehr viel effektiver als Kongresse, die die ganze Bandbreite des Faches abdecken würden und ermöglicht es dann auch, mehr in die Tiefe zu gehen. Deshalb war dieses Meeting in London zusammen mit Nazim Cerkes, dem derzeitigen Präsident und Enrico Robotti, dem Präsident Elect der Rhinoplasty Society of Europe ein besonders fruchtbares Meeting für die Teilnehmer, da sie eine Diskussion der aktuellen Probleme in der Nasenchirurgie, dargestellt anhand  von Videopräsentationen und Vorträgen auf höchstem Niveau geboten bekamen.
 
Eine Woche vor meinem Kurs vom 9. – 21. April hatte mein Freund Prof. Peter Hellings zum European Rhinoplasty Course 2017 unter dem Titel „Exzellenz in Rhinoplasty“ nach Brüssel eingeladen. Auch dort hatte er hochkarätige Spezialisten versammelt, um gemeinsam  aktuelle Probleme der Nasenchirurgie zu diskutieren, wobei die Paneldiskussionen mit Videopräsentationen,  aber auch die Live-Demonstrationen von Fillerbehandlungen und die Vorstellung von 3-D-Modellen mit ihren Anwendungsmöglichkeiten  in der Nasenchirurgie großes Interesse fanden.

 



Der 25igste Jubiläumsnasenkurs, über den ich auch Eingangs berichtet habe, war fraglos der Höhepunkt.

Eine andere Kongressreihe, die ich zusammen mit Dr. Dirk Richter und Prof. Feller vor Jahren gestartet habe, ist das SOS-Meeting, wobei SOS für Secondary Optimizing Aesthetic Surgery steht. Bei diesen Kongressen mit Teilnehmern aus aller Welt werden jeweils an einem Tag Live-Operationen von zuvor nicht gelungenen, ästhetischen Eingriffen weltweit durch Spezialisten gezeigt und zwar alle Körperregionen betreffend. Am zweiten Tag werden dann jeweils die theoretischen Grundlagen für die Konzepte der Revisionsoperationen diskutiert, bzw. die Ergebnisse aus dem Vorjahr vorgestellt. Auch in diesem Jahr war es Dr. Richter gelungen eine hochkarätige Faculty nach Köln einzuladen und ich selbst habe eine anderenorts voroperierte Nase revidiert, wobei mein Nachfolger, Dr. Haack die Moderation des Eingriffs übernommen hat, was sicherlich für das Verständnis genauso wichtig ist, wie der Eingriff selbst. Außerdem haben wir dann im „Nasenpanel“ die verschiedenen Konzepte der Nasenrevisionen vorgestellt.
 
Um die Rhinoplasty Society of Europe, die ich vor sechs Jahren gegründet hatte, voranzubringen und für ihre Mitglieder attraktiv zu machen, hatte mein Nachfolger als Präsident Prof. Nazim Cerkes , Mitte März nach Istanbul zu einem „Anatomical Dissection“- Kurs eingeladen, an dem auch Prof. Robotti aus Italien und Dr. Yves Saban aus Frankreich teilgenommen haben. Die Arbeitsbedingungen in Istanbul waren sehr gut und die Kursgebühren sehr niedrig, so dass auch jüngere Kollegen diese Chance der Weiterbildung wahrnehmen konnten.



Seit 25 Jahren Nasenkurs in Stuttgart

Vom 25.-28. April fand der 25te Internationale Stuttgarter Nasenkurs statt, der mit dem 2ten Stuttgart Course for Nose Reconstruction kombiniert war. Seit einem Vierteljahrhundert hat sich dieser Kurs zu einem der weltweit attraktivsten Nasenkurse entwickelt, weil hier jährlich 10 Liveoperationen gezeigt werden, die nicht nur alle Schwierigkeitsgrade haben und in der Mehrzahl schwierige Revisionen darstellen, sondern weil hier nur ein Konzept, nämlich die Stuttgarter Schule demonstriert und mittels modernster audiovisueller Technik den Teilnehmer verständlich gemacht wird. Sehr häufig ist es bei Liveoperationen für die Teilnehmer verwirrend, zu entscheiden, welches Konzept tatsächlich funktioniert, wenn von verschiedenen Operateuren ganz unterschiedliche Strategien vertreten werden, die unter umständen auch gegensätzlich sind. Bei den Stuttgarter Kursen werden die demonstrierten Operationstechniken und die dahinterstehenden Konzepte mit eingeladenen Experten diskutiert und die Ergebnisse des Vorjahres dann gemeinsam beurteilt. Ferner wurden auch neue Formate für die Fort- und Weiterbildung in der Nasenchirurgie vorgestellt: Nach gemeinsamer Analyse von Form und Funktion entwickeln die Panelteilnehmer eine adäquates op Konzept, das dann mit unserer Strategie verglichen wird. Diese wird dann als Videoaufzeichnung zusammen mit dem erreichten Ergebnis gezeigt. Diese sehr praxisbezogene interaktive Vorgehen wurden von den Teilnehmern sehr geschätzt.

Als besonderer Höhepunkt diese Jubiläumskongresses, zu dem über 180 Teilnehmer aus der ganzen Welt kamen, war die Vorstellung des pünktlich zum Kongress erschienen Buches von Prof. Gubisch „Mastering Advanced Rhinoplasty". Gleichzeitig war der 25ste Jubiläumskongress ein idealer Zeitpunkt die Verantwortung für diesen so erfolgreichen Kurs an seinen Nachfolger Herrn Dr. Sebastian Haack zu übergeben.

Herr Dr. Helmut Fischer, der langjährige Oberarzt von Prof. Gubisch, mit dem zusammen er die Klinik für Plastische Gesichtschirurgie am Marienhospital aufgebaut hatte, organisierte im Anschluss an den Kurs für Funktionelle und ästhetische Nasenchirurgie den 2ten Stuttgarter Kurs für Nasenrekonstruktion, an dem auch der fraglos beste Chirurg auf diesem Gebiert, Fred Menick aus Tuscon/Arizona teilnahm. Kurse mit dieser Thematik werden nur selten angeboten und die mit anderen Experten aus Korea und Europa geführten Diskussionen begeisterten die sehr zahlreichen Teilnehmer.

Somit stellte Stuttgart erneut seine führende internationale Bedeutung in der Nasenchirurgie unter Beweis und viele Teilnehmer planen auch im nächsten Jahr wieder zu kommen.

 

Interview SWR Landesschau Badenwürtemberg: Wolfgang Gubisch macht Nasen hübsch

 


Neben meiner Tätigkeit in der Klinik, wo ich an drei Tagen in der Woche Nasenkorrekturen durchführe, werde ich regelmäßig zu Kongressen in aller Welt eingeladen, um dort über meine Erfahrungen in der Nasenchirurgie zu berichten, nachdem ich mich schon 40 Jahre lang damit in ganz besonderer Weise beschäftige.

Neben Vorträgen und Videopräsentationen wurde ich im Januar 2017 gebeten in Porto im Rahmen des „Nose 2017“ Kongresses, eine Patientin zu operieren, die schon fünf Mal voroperiert war, deren Nase insgesamt aber viel zu kurz geriet, so dass man in die Nasenlöcher einsehen konnte (Schweinchennase). Die Schwierigkeit bestand bei ihr zudem darin, dass die Haut sehr dünn war, so dass man alle Unregelmäßigkeiten im Detail sehen konnte. In diesem Falle habe ich die Rekonstruktion und den Aufbau mit Hilfe von körpereigenem Rippenknorpel durchgeführt und konnte damit die Nase gut verlängern und die Unregelmäßigkeiten durch Knorpel, der zu einer Art Paste aufbereitet wurde, glätten.

Anfang Februar habe ich mit meinem Nachfolger Herrn Dr. Haack eine Einladung nach Indien angenommen, wo ich schon seit 40 Jahren solche Fortbildungen durchführe. Unser Ziel sind nicht Charity-Veranstaltungen für einzelne Patienten, sondern die dortigen Kollegen auf diesem anspruchsvollen chirurgischen Gebiet weiterzubilden.

Einer meiner Schüler aus Indien, Herr Dr. Virendra Gaishas, veranstaltete zum vierten Mal seinen Internationalen Nasenkurs in Pune und bat Herrn Haack und mich, dort neun sehr schwierige Patienten zu operieren. Die Komplexität dieser Operationen zeigt sich schon daran, dass wir in acht Fällen Rippenknorpeltransplantate zur Rekonstruktion verwenden mussten. Dieser Kurs war hervorragend organisiert und über 150 Kollegen aus ganz Indien waren gekommen um diese Operationen live mitzuerleben. Als Besonderheit dieses Kurses war ein Live-Stream eingerichtet, so dass Kollegen aus der ganzen Welt mit Hilfe eines Links die Eingriffe im Internet miterleben konnten. Nach Angaben des Organisators waren über 500 Teilnehmer weltweit eingeloggt und haben die Operationen mitverfolgt.

Zurück in Deutschland laufen jetzt die Vorbereitungen für das nächste große Ereignis, den 25-jährigen Nasen-Jubiläumskurs des Internationalen Stuttgarter Kurses für Funktionelle und Ästhetische Chirurgie. Die Besonderheit dieses Kurses liegt darin, dass Teilnehmer neun Live-Operationen meines Nachfolgers Herrn Dr. Haack und mir an zwei Tagen miterleben, wobei diese Eingriffe ausschließlich nach den von uns entwickelten Techniken und Konzepten vorgenommen werden, während bei anderen Kursen, wenn überhaupt noch Live-Operationen angeboten werden, die Eingriffe meist von verschiedenen Gastchirurgen durchgeführt werden, die unterschiedliche OP-Techniken haben und auch unterschiedliche Konzepte vertreten, so dass es für die Teilnehmer dann oft schwierig ist, am Ende eines Kurses zu entscheiden, was funktioniert und was eher problematisch einzuschätzen ist. Vorträge werden bei unserem Kurs immer weniger angeboten, dafür führen wir zusammen mit anderen Experten im Rahmen von Panel-Diskussionen Analysen von Patienten durch, entwickeln Therapiekonzepte und zeigen dann anhand von Videodokumentationen wie wir die Probleme gelöst haben. Dies erscheint uns sehr viel effektiver, als durch Vorträge Informationen weiterzugeben, die auch in einem Buch nachgelesen werden können. Unterstützt wird der Nasenkurs durch einen vorangehenden Dissektionskurs, bei dem sich jüngere Kollegen in der Anatomie mit den besonderen Strukturen der Nase vertraut machen können.

In diesem Jahr wird außerdem von meinem langjährigen Mitarbeiter, Herrn Oberarzt Dr. Fischer, der „2. Stuttgarter Nasenkurs für Nasenrekonstruktion“ angeboten. Die Problematik der Nasenrekonstruktion, die von der Deckung eines kleinen Defektes am Nasenflügel bis zur Totalrekonstruktion der gesamten Nase nach einer Tumoroperation reichen, hat viele Facetten und ist extrem komplex. Deshalb gibt es auch weltweit nur wenige Gelegenheiten, sich intensiv mit dieser Problematik auseinanderzusetzen und ich bin Herrn Fischer und meinem Nachfolger Herrn Haack sehr dankbar, dass sie diesen Kurs anbieten, da Defekte an der Nase nach Tumoroperationen sehr häufig, die Ergebnisse der Rekonstruktion aber oft unbefriedigend sind, wenn sie nicht von Spezialisten durchgeführt werden. Ziel kann es nicht sein, dass ein Defekt lediglich verschlossen wird, sondern dass die Rekonstruktion so gelingt, dass man nicht erkennt, dass ein Defekt überhaupt bestanden hat.