Professor Dr. med. Wolfgang Gubisch - Plastische, ästhetische und rekonstruktive Gesichts- und Halschirurgie am Marienhospital Stuttgart Leistungen | Zahlen, Daten, Fakten | Prof. Dr. med. Gubisch + Plastische Gesichtschirurgie am Marienhospital Stuttgart
german english russisch
Zahlen und Fakten zur Ohrkorrektur
Vorallem die Komplikationshäufigkeit soll im folgenden auf die Basis von Fakten gestellt werden.

Die Operation zur Korrektur abstehender Ohren begann in Deutschland mit einem bemerkenswerten Eklat: Der Chirurg Jacques Joseph verlor seinen Arbeitsplatz an der Universität Berlin, als er im Jahr 1906 die erste Ohrmuschelplastik mit dem Ziel einer optischen „Verschönerung“ der Ohren vornahm. Man beschied ihm, es sei für einen Arzt ausgesprochen unethisch einen solchen Eingriff durchzuführen. Inzwischen wird nicht nur vielfach die medizinisch-psychologische Notwendigkeit einer Ohrmuschelplastik anerkannt, sondern diese Operation wird auch relativ häufig durchgeführt. Spezialisierte Chirurgen oder Hals-Nasen-Ohrenärzte, die diesen Eingriff anbieten, kommen im Verlauf ihres Berufslebens auf mehrere Hundert solcher Eingriffe. Auch wissenschaftliche Studien können auf große Patientenzahlen zurückgreifen.

Wie häufig sind Komplikationen?

Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2000 untersuchte Komplikationshäufigkeiten bei Ohrmuschel-Anlageplastik. Zwar lassen sich die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf die unterschiedlichen Techniken übertragen, aber sie geben Anhaltspunkte. Die in der Studie verwandte Technik bezieht sowohl einen Einschnitt im Knorpel als auch ein Einritzen des Knorpels auf der Ohrmuschelvorderseite mit ein; insgesamt wurden 500 Operationen beurteilt.

Patienten, die sich in der Vergangenheit diesem Eingriff unterzogen hatten, wurden um Berichte zu Komplikationen gebeten. Da die Operation mindestens zwei Jahre zurückliegen musste, um in die Studie aufgenommen zu werden, sind auch Spätfolgen erfaßt (Tabelle 1).

Tabelle 1: Komplikationshäufigkeiten bei Ohrmuschelplastik

Komplikation
Fälle
% der Untersuchten

Frühkomplikationen
   
Blutungen 13 Fälle 2,6 %
Bluterguss 2 Fälle 0,4 %
Infektionen 0 Fälle 0%
Absterben von Haut/Knorpel (Nekrose) 0 Fälle 0%
Hautwunde auf der Ohrvorderseite 3 Fälle 0,6 %
Aufgehen der Hautnaht 1 Fall 0,2 %

Spätkomplikationen
   
Keloidbildung 2 Fälle 0,4%
Einschlusszysten 3 Fälle 0,6%
Bleibende Deformität 22 Fälle 4,4%
Asymmetrie 28 Fälle 5,6%
Zweiteingriff notwendig 6 Fälle 1,2%
Schmerzhaftigkeit bei Berührung des Ohrs 22 Fälle 5,7 %
verringerte Empfindlichkeit bei Berührung 15 Fälle 3,9 %
gelegentliche Hautreizung 38 Fälle 9,8 %
gesteigerte Kälteempfindlichkeit 29 Fälle 7,5 %

 

Operationszufriedenheit

Die untersuchten Patienten wurden zur Zufriedenheit mit der Operation befragt, mit klar überwiegend positivem Ergebnis.

Tabelle 2: Patientenzufriedenheit mindestens 2 Jahre nach Ohrmuschelplastik

sehr zufrieden 74 %
zufrieden 20,8 %
unzufrieden 4,2 %
sehr unzufrieden 1 %

Die genannte Studie verglich die gewonnenen Ergebnisse mit weiteren Zahlen aus der Literatur, die generell im ähnlichen Rahmen liegen, abhängig von der Methode aber auch häufiger auftreten können.

Literatur: Caouette-Laberge L; Guay N; Bortoluzzi P; Belleville C. (Division of Plastic Surgery, Hopital Sainte-Justine, Montreal, Quebec, Canada). Otoplasty: anterior scoring technique and results in 500 cases. Plast Reconstr Surg 2000 Feb;105(2):504-15


Artikel senden   |   Artikel drucken   |   Zurück