Zur eigentlichen Operationsvorbereitung geben Ihnen die einzelnen Chirurgen etwas abweichende Empfehlungen, denn jeder Operateur sammelt mit seiner speziellen Operationstechnik bestimmte Erfahrungen.
Der Patient kann durch sein Verhalten vor und nach der Operation die Heilungsaussichten selbst mit beeinflussen.
Folgende Empfehlungen geben alle Chirurgen
Schmerz- und fiebersenkende Mittel, die Acetylsalicylsäure (z.B. ASS,
Aspirin®) enthalten, stören die Blutgerinnung. Deshalb dürfen
sie etwa zwei Wochen vor der Operation nicht mehr eingenommen werden. Fragen
Sie bitte Ihren Arzt nach Alternativen, wenn Sie darauf angewiesen sind. Informieren
Sie den Operateur und den Narkosearzt bitte genau über Ihre Medikamente.
Möglicherweise ist eine Umstellung Ihrer Medikation ratsam.
Auch bei anderen Medikamenten, die die Blutgerinnung beeinflussen (z.B. von
etlichen Herzpatienten eingenommen), müssen Sie Ihren Arzt um Rat fragen.
Das Absetzen darf allerdings nicht mit einer erhöhten Gefahr der Gerinnselbildung
(Thrombosierung) erkauft werden.
Weitere Empfehlungen
Rauchen stört die Heilung. Es ist empfehlenswert (auch für rauchende
Jugendliche!), zwei Wochen vor der Operation auch das Rauchen zu unterbrechen.
Besorgen Sie sich ein breites, einigermaßen festes Stirnband, das Sie
nach der Operation tragen können. Waschen Sie das Haar am Tag vor der Operation am besten mit einem desinfizierenden
Shampoo. Haareschneiden ist nicht notwendig. Ein akuter Infekt steigert das Narkose- und Operationsrisiko so stark, dass
er eine Ohrmuschelplastik ausschließt. Vermeiden Sie möglichst eine
Ansteckung vor dem Eingriff, damit Sie den Termin nicht absagen müssen. Zur Operation kommen Sie bitte nüchtern, auch wenn Sie in örtlicher
Betäubung operiert werden.
Der optimale Zeitpunkt zur Ohrmuschelplastik
Bei Kindern ist ein günstiger Zeitpunkt vor Schuleintritt oder später dann, wenn ihre Reife auch eine örtliche Betäubung mit oder auch ohne Dämmerschlaf ermöglicht. Generell - in jeder Altersstufe - ist der Eingriff jederzeit möglich, solange keine Krankheit das Operations- oder Narkoserisiko beeinflusst.
Die abstehenden Ohren fallen bereits kurz nach der Geburt auf. Wird eine Behandlung mit Pelotte (= ein ohrandrückendes Polster) innerhalb der ersten 48 Lebensstunden eingeleitet und über mehrere Wochen fortgeführt, können sich die Ohren wieder anlegen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist diese Methode nicht mehr erfolgversprechend.
Im Kindergarten sind die Jungen und Mädchen meist noch nicht sehr auf Äußerlichkeiten fixiert, sodass das Aussehen kaum zum Gegenstand von Gespött wird. Mit Eintritt in die Schule ändert sich das manchmal deutlich. Hänseleien können das Kind stark beeinträchtigen und ihm die Lust an der Schule oder am Kontakt mit anderen Kindern verleiden. Da auch das Ohr im 6. Lebensjahr fast ausgewachsen ist, liegt ein empfohlener Operationszeitpunkt im 6. Lebensjahr vor der Einschulung.
Ein etwas längeres Zuwarten bringt den Vorteil, dass das ältere Kind (frühestens ab dem 9. Lebensjahr) auch in örtlicher Betäubung operiert werden kann, die Gesamtbelastung für den Körper also niedriger ist. Das ältere Kind kann auch schon mitentscheiden. Manche Operateure legen Wert darauf, dass das Kind oder der/die Jugendliche selbst den Wunsch auf eine Ohrkorrektur äußert.
So lange die allgemeine Operationsfähigkeit gegeben ist, kann die Ohrkorrektur im Erwachsenenalter jederzeit vorgenommen werden, hier gibt es keine Altersbeschränkung.