Ohrkorrektur durch biomechanische Knorpelumformung
Da Nähte teilweise zu einer unharmonischen Korrektur, zu Knoten, Kanten unter der Haut oder zu Abstoßungsreaktionen führen können, entwickelte Stenström 1963 eine Technik, bei der er auf eine Naht ganz verzichtet.
Hierbei wird die Haut an der Ohrvorderseite vom Knorpel getrennt und der Knorpel über eine große Fläche eingeritzt. Durch die Schwächung auf der Ohrvorderseite biegt sich das Ohr zurück – es legt sich an den Kopf an.
Vorteil
Das Ohr sieht natürlicher aus, weil es nicht in eine andere Form gezwungen wird.
Nachteil
Das Ohr ist weniger exakt zu formen wie mit Hilfsnähten. Die Narbe liegt auf der Ohrvorderseite (wenn auch meist unauffällig).
Weiterentwicklungen dieses biomechanischen Operationsprinzips haben zu Techniken geführt, bie denen die Narbe auf der Rückseite der Ohrmuschel liegt. Durch spezielle Verbandtechniken wird der geritzte Knorpel anschließend exakt modelliert.
Vorteil
Durch die Kombination ist eine exaktere Formung zu erreichen, das Ohr sieht völlig natürlich aus.
Nachteil
Zeitaufwendiges, sehr komplexes und auch komplikationsträchtiges Operationsverfahren, da das Trauma für das Ohr sehr viel größer ist. Ein stationärer Aufenthalt zur Kontrolle auf mögliche Blutergüsse oder Heilungsstörungen ist empfehlenswert.