Allgemeines zur Technik der Ohrmuschelkorrektur
Analyse: Warum steht das Ohr ab?
An erster Stelle der Operationsplanung und damit der Wahl der eingesetzten Technik steht die genaue Analyse, warum das Ohr absteht.
In der Mehrzahl der Fälle ist die Anthelix nicht ausreichend gefaltet. Hier werden als Operationstechniken reine Nahttechniken, Naht-Schnitttechniken und das Einritzen des Knorpels angeboten.
Bei anderen Patienten besteht eine zu hohe Concha (innere Wölbung des Knorpels). Hier stehen nur Verfahren zur Auswahl, bei denen Knorpel entfernt wird und Nähte die neue Form fixieren.
Wie lange bleiben die Ohren schön?
Einige Operationstechniken bringen zwar zunächst ein gutes Ergebnis, halten aber nicht allzu lang. Beispielsweise kann hinter dem Ohr ein Hautstreifen entfernt werden. Durch Vernähen der Schnittränder links und rechts des Streifens liegt das Ohr direkt nach der Operation schön an, aber nach einiger Zeit dehnt sich die Haut, und das Ohr steht wieder ab. Auch die Gefahr von Narbenwucherungen ist hierbei erhöht.
Einige Techniken sind seit Jahrzehnten bekannt, verschwinden aber wegen unzureichender Ergebnisse wieder in der Versenkung. Von Zeit zu Zeit werden sie als bahnbrechend neu wiederbelebt – beispielsweise eine reine Nahttechnik ohne jeden Schnitt. Zwar hat sich das verwendete Nahtmaterial weiter entwickelt, aber immer noch gerät der Knorpel durch alleinige Naht stark unter Zug. Die Gefahr ist hoch, dass die Fäden wieder abgestoßen werden – das Ohr klappt nach vorn wie eh und je.
Schneiden, nähen, ritzen
Das elastische, aber auch formstabile Material Knorpel lässt sich nicht ohne weiteres überlisten. Schleifen erhöht die Formbarkeit, Schnitte können zu Kantenbildung führen, Nähte verursachen Zugwirkung. Formbar wird das innere Gerüst des Ohrs idealerweise, indem es auf einer Seite eingeritzt wird. Der Knorpel wird dann in Richtung der unverändert gelassenen, nicht geschwächten Seite gezogen (Ritzen auf der Vorderseite biegt den Knorpel nach hinten).
Die Operationstechniken unterscheiden sich auch im zeitlichen Aufwand und in der Nachsorge. Kompliziertere Methoden empfehlen einen stationären Aufenthalt, bei anderen bietet ambulantes Operieren ausreichend Sicherheit. Entsprechend fallen auch die Kosten unterschiedlich aus. Sie sollten allerdings zweitrangig sein gegenüber den beiden wichtigsten Aspekten:
• Sieht das Ohr hinterher „künstlich“ bzw. „operiert“ aus?
• Hält der Operationserfolg mit ausreichender Sicherheit lange vor?