Jede der unterschiedlichen Operationstechniken zeichnet sich durch verschiedene Vor- und Nachteile aus. Das betrifft das spätere Aussehen der Ohren, die Komplikationsrate, die Kosten. Die generell geeignete ideale Methode existiert derzeit nicht.
In einigen Fällen beruhen abstehende Ohren auf der Lage des wachsenden Kindes im Mutterleib. Wird diese Fehlstellung innerhalb der ersten 48 Lebensstunden eines Babys entdeckt und die Behandlung sofort eingeleitet, können sich die Ohren unter Umständen wieder anlegen. Hierzu ist es notwendig, dass eine formende Pelotte (=Polster) angepasst wird, die das Baby über mehrere Wochen tragen muss.
Das spätere Anlegen der Ohren durch Pflaster, enge Mützen oder spezielle Lagerung ist völlig unwirksam. Kinder sollten auf keinen Fall damit „behandelt“ werden.
Pfiffige Frisuren und Kopfbedeckungen können zwar ablenken, aber das reicht manchem Kind oder Erwachsenen mit abstehenden Ohren nicht. Mancher junge Mann, der sein Problem unter einer üppigen Matte aus Haaren verbarg, gerät mit seinem Chef auf Konfrontationskurs, wenn er sich nicht mit Kurzhaarschnitt präsentiert.
Ein gesundes Selbstbewusstsein kann nicht auf Befehl aus dem Boden gestampft werden. Ist es vorhanden, sind die Ohren meist kein Problem. Leidet aber das Selbstwertgefühl – wegen der Ohren und nicht vorrangig aus anderen Gründen – dann sollte man sich nicht allzu lange auf Alternativen zur Operation besinnen. Bei Kindern ist wichtig, dass sie selbst den Eingriff wollen oder ihn zumindest nicht ablehnen.
Operateure sehen sich manchmal damit konfrontiert, dass die Eltern gern ihr Kind operiert sehen möchten, obwohl der Sprössling gar nicht mit seinen Ohren hadert. In einem solchen Fall raten sie den Eltern auch einmal von der Operation ab, die immerhin das Kind über sich ergehen lassen muss.