Professor Dr. med. Wolfgang Gubisch - Plastische, ästhetische und rekonstruktive Gesichts- und Halschirurgie am Marienhospital Stuttgart Leistungen | Häufige Fragen (FAQ) | Prof. Dr. med. Gubisch + Plastische Gesichtschirurgie am Marienhospital Stuttgart
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Häufige Fragen (FAQ)

Zur Ohrmuschelplastik ambulant oder stationär?

Eine ambulante Operation ist bei entsprechend ausgestattetem Arzt und bestimmten Voraussetzungen möglich, ein stationärer Aufenthalt bietet aber mehr Sicherheit.

Die Ohrmuschelanlegeplastik ist generell ein Eingriff, der ambulant durchgeführt werden kann, wenn nicht ein erhöhtes Operations- oder Narkoserisiko vorliegt. Ein erhöhtes Operationsrisiko kann beispielsweise bei gesteigerter Blutungsneigung oder höherer Infektionsgefahr gegeben sein, ein erhöhtes Narkoserisiko bei Begleitkrankheiten wie Herz-Kreislauf-Störungen, bei Jugendlichen z.B. labiler Kreislauf, Zuckerkrankheit.

Auch nach einer Vollnarkose kann der Patient wieder entlassen werden. Hier werden aber besonders hohe Anforderungen an die lückenlose Begleitung und Beobachtung des Patienten gestellt.

Die Entscheidung über eine ambulante oder stationäre Nachbehandlung muss auch von der Ausdehnung des Eingriffs abhängen. Wurde die Haut ausgedehnt vom Knorpel abgelöst, ist das Risiko beispielsweise für eine Nachblutung oder Infektion höher, als bei reinen Nahttechniken. Um rasch und sicher eingreifen zu können, wenn sich eine solche Komplikation abzeichnet, empfehlen Chirurgen in diesem Fall zur Sicherheit meist den stationären Aufenthalt.

Die Entscheidung, ob ambulant oder stationär, hängt zudem von operationsunabhängigen Gegebenheiten ab. Voraussetzungen für einen ambulanten Eingriff sind:

• ambulantes Operieren fast ausschließlich bei Eingriffen in Lokalanästhesie

• Der Chirurg muss über die Möglichkeit des ambulanten Operierens verfügen

• Die Entfernung von zu Hause bis zur Ambulanz darf nicht zu groß sein, sodass der Patient bei Komplikationen innerhalb etwa 30 Minuten Hilfe erhalten kann, der Patient muss telefonisch erreichbar sein

Sie haben jemanden, der Sie 1-2 Tage fahren/betreuen kann – über 24 Stunden nach der OP darf kein Fahrzeug geführt werden.



Was ist beim Erstgespräch wichtig?

Es ist vernünftig und Ihr gutes Recht, Ihren künftigen Operateur 'auf Herz und Nieren' zu testen.

Ihr Vertrauen und das Vertrauen Ihres Kindes zum Operateur ist eine wichtige Grundlage für den Eingriff. Deshalb können Sie Ihren ganz persönlichen Eindruck nicht hoch genug einschätzen.

Achten Sie bewusst auf folgende Punkte: Wie werden Sie beraten? Wieviel Zeit nimmt man sich für Sie? Geht der Arzt auf Ihre Vorstellungen ein, lässt er Ihnen genug Zeit, Ihre Wünsche genau zu schildern? Hierauf sollten Sie sich allerdings auch selbst gut vorbereiten. Überlegen Sie sich vor dem Spiegel: Was genau stört mich? Wie soll es später aussehen?

Werden Sie ausreichend über Risiken, Komplikationen, Vor- und Nachbehandlung, Vor- und Nachteile der angebotenen Operationstechnik aufgeklärt?

Fragen Sie ungeniert nach der Qualifikation des Arztes. Ein Plastischer Chirurg, der überwiegend Brustplastiken anbietet, ist sicher nicht ganz der Geeignete. Wichtig ist auch die Operationsroutine – wie häufig nimmt der Chirurg eine Ohrmuschelplastik vor? Operiert der Arzt Sie selbst oder hat er dafür Assistenten? Alle diese Fragen sollten Sie im Vorfeld klären. Auch die Kosten sollten Sie sich transparent und detailliert aufführen lassen. Was ist im genannten Preis inbegriffen, was kommt noch hinzu?


Wie den geeigneten Operateur finden?

Die Erfahrung des Operateurs ist für den Erfolg des Eingriffes ausschlaggebend. Der ideale Operateur für den einen muss aber nicht gleichzeitig auch der ideale Operateur für den anderen sein.

Jeder Chirurg darf jede Operation durchführen, die er sich zutraut. Daher ist es für den Operationswilligen wichtig, sich einen Eindruck über die Qualifikation zu verschaffen. Fachgesellschaften für Plastische oder ästhetisch-plastische Chirurgie sowie für Hals- Nasen-Ohren-Heilkunde führen Listen ihrer Mitglieder, die Sie Ihnen zusenden können. Allerdings führen sie nicht gesondert die jeweiligen Spezialisierungen auf. Hier hilft nur Fragen weiter.

Ein mit Kindern erfahrener Operateur und Narkosearzt ist bei kindlichen Ohrkorrekturen unbedingt vorzuziehen.

Der Hausarzt oder ein HNO-Arzt am Wohnort können Ihnen Empfehlungen geben. Ganz wichtig ist aber die „Chemie“ zwischen Ihnen und dem Operateur stimmt, denn Vertrauen muss die unbedingte Basis für einen Wahleingriff sein.

Günstig ist es, im Zweifel mindestens zwei oder drei verschiedene Chirurgen aufzusuchen. Haben Sie sich für einen bestimmten entschieden, sollten Sie dort dann noch ein zweites Mal vorstellig werden, bevor Sie sich endgültig festlegen.

Wichtig sind aber auch die ästhetischen Ergebnisse, die der Chirurg Ihrer Wahl erzielt. Das können Sie an Vorher/Nachherfotos ganz gut beurteilen, die Operateure gern zeigen.

Bei besonders preiswerten Angeboten (z.B. auch aus dem Ausland) ist die Gefahr sehr hoch, dass am falschen Ort, beispielsweise an der OP- und Narkoseausstattung sowie an der Nachbehandlung gespart wird. Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie hat Richtlinien für die Ohrmuschelplastik herausgegeben, sodass ein Konsensus über die Grundzüge der Behandlung in Deutschland festgelegt wurde. Sie sind in den „Leitlinien für Diagnostik und Therapie“ der Universität Düsseldorf festgehalten (http://www.uni-duesseldorf.de), die sichern sollen, dass jeder Patient nach vergleichbaren Kriterien behandelt wird. Ob diese Leitlinien auch in anderen Ländern befolgt werden, bleibt offen.


Wie erkenne ich unseriöse Angebote?

Unseriös ist marktschreierische Werbung (für Ärzte, nicht jedoch für Kliniken oder „Institute“ ist Werbung sogar ausdrücklich verboten). Unseriös ist es auch, Sie zu einer Operation zu drängen, besonders, wenn es sich um Ihr Kind handelt. Werden Komplikationen verharmlost oder unzureichend erwähnt? Wieviel Zeit nimmt sich der Arzt, Ihnen die Vorbereitung, die Wahl des Narkoseverfahrens, die Nachbehandlung zu erklären? Wenn Sie Ihr Kind operieren lassen: Zeigt der Arzt Ihnen auch Vorher/Nachherergebnisse von Kindern oder nur von Erwachsenen? Gibt er Ihnen ausweichende Antworten auf das Endresultat?



Wie auffällig sind die Narben nach Ohrmuschelplastik?

Die Narbe ist meist unauffällig und liegt hinter dem Ohr. Wuchert sie zum Keloid, sollte sie konseqent behandelt werden.

Die Operationsnarbe ist hinter dem Ohr versteckt und fällt kaum auf. Sie ist in der Regel nicht länger als etwa 4 cm. Anfangs ist sie noch gerötet und dick, im Lauf der Zeit wird sie immer blasser und dünner. Eine gute Pflege verhindert eine Infektion und damit, dass die Narbe unansehnlich wird.

Bei Neigung zur überschießenden Narbenbildung (Keloidbildung) kann der heilende Hautschnitt jedoch breit und wulstig werden. Ist diese Neigung bereits vor der Operation bekannt, richtet man sich in der OP-Technik danach, kann aber dennoch eine glatte dünne Narbe nicht garantieren. Kommt es zum Narbenkeloid, stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:

Salbenbehandlung, Einspritzen von Kortison, Kortisonpflaster, Bestrahlung, Silikon-Folienauflage.


Vollnarkose für eine Ohrmuschelplastik - oder nicht?

Bis zum 9. oder 10. Lebensjahr wird die Vollnarkose empfohlen, ab dem 16. Lebensjahr die örtliche Betäubung. Zwischen 8 und 15 Jahren wägt man sorgfältig ab.

Bei Kindern bis zum 10. Lebensjahr wird die Vollnarkose vorgezogen, abhängig von der Erfahrung des Narkosearztes kann eine örtliche Betäubung mit Dämmerschlaf aber auch schon bei Achtjährigen die weniger belastende Alternative sein. Aber auch, wenn eine Vollnarkose empfohlen wird: Bei Kindern diesen Alters liegt das Risiko einer Vollnarkose noch relativ niedrig, das Risiko störender Bewegung unter lokaler Betäubung dagegen ungleich höher. Der Narkosearzt macht die Entscheidung auch von der Ängstlichkeit und Reife des Kindes abhängig.

Zwischen dem 9. und circa 16. Lebensjahr kann man das Kind in die Entscheidung miteinbeziehen. Ist es beispielsweise recht kreislauflabil oder ängstlich, kann auch in diesem Alter eine Vollnarkose noch geeigneter sein.

Ab dem 16. Lebensjahr wird die örtliche Betäubung bevorzugt.

Zusätzlich zur örtlichen Betäubung wird ein Medikament verabreicht, das wie ein Schlafmittel eine tiefe Entspannung ermöglicht. Darunter bekommen die meisten Operierten gar nichts von den Vorgängen im Operationssaal mit. Für die örtliche Betäubung selbst ist nur ein feiner Einstich notwendig.

Bei Vollnarkose wird der gesamte Eingriff verschlafen. Am Operationsmorgen erhalten Sie oder das Kind ein vorbereitendes beruhigendes Medikament. Nach der Narkose ist man noch längere Zeit sehr müde, manchmal klagen die frisch Operierten auch über Übelkeit. Bei örtlicher Betäubung sind die Schmerzen nach dem ersten Nadelstich (zur Betäubung) ebenfalls zuverlässig ausgeschaltet. Während der Operation sieht man nichts Beunruhigendes. Wird der Knorpel gefräst, kann man unter Umständen ein Summen hören oder spüren. Insgesamt ist der Eingriff auch in lokaler Betäubung eher weniger unangenehm als ein Zahnarztbesuch.

Nach der Operation können Schmerzen auftreten, die aber in der Regel leicht sind. Bei Bedarf kann der Operierte Schmerzmittel erhalten. Darauf wird aber nur wenig zurückgegriffen. Stärkere Schmerzen sind ein Alarmsignal und deuten meist auf Druck (Bluterguss, Druck durch den Verband) hin.


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