Die Korrektur abstehender Ohren ist schon bei Kindern durchführbar. Für den Routineeingriff steht eine Vielzahl von Techniken zur Verfügung.
Etwa vier Millionen Deutsche – 5% der Bevölkerung – haben abstehende Ohren. Das kann pfiffig und frech aussehen, aber auch zu Spott und Hänseleien Anlass geben. Die Korrektur der von der Norm abweichenden Ohren ist im Allgemeinen ein verhältnismäßig unkomplizierter Eingriff. Die Kosten werden bei Kindern in der Regel auch von den Krankenkassen übernommen, um neurotische Fehlentwicklungen aufgrund jahrelanger Hänseleien wegen "Segelohren" oder "Bahnwärtertafeln" zu vermeiden.
Frühe Eingriffe möglich
...
Weil das Ohr bereits im 6. Lebensjahr schon zu 90% ausgewachsen ist und anschließend
seine Form nicht mehr wesentlich ändert, sind schon Eingriffe ab dem 6.
Lebensjahr möglich und auch empfohlen. Dadurch lässt sich verhindern,
dass das Kind bei Eintritt in die Schule durch seine oftmals rauen Klassenkameraden
gekränkt wird. Sie kann aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt vorgenommen
werden, bei größeren Kindern und Erwachsenen sogar in örtlicher
Betäubung. Ein stationärer Aufenthalt muss nicht unbedingt sein, aber
hier sollte man sich an die Empfehlungen des Operateurs halten. Bei einigen
OP-Techniken ist es ratsamer, zur Beobachtung stationär zu bleiben.
... aber auch notwendig?
Eine Operation ist und bleibt aber ein gewisses Risiko, sodass man sich nicht
leichtfertig zu einem Eingriff entschließen soll. Manchmal leiden Eltern
mehr als ihr Kind unter den „Henkelohren“. Bei Formänderungen
der Ohrenmuscheln nach Verletzungen, Entzündungen, Entfernung von Geschwülsten,
Verbrennung oder Erfrierung ist der Entschluss zur operativen Wiederherstellung
oft weniger schwierig zu fassen als bei angeborenen Absteh-Ohren.
Nur bei ganz früher Behandlung lässt sich eine Operation vermeiden. Wird in den ersten 48 Stunden nach Geburt das übermäßige Abstehen der Ohren festgestellt, kann eine über mehrere Wochen getragene Pelotte die Ohren unter Umständen wieder anlegen (der französische Begriff steht eigentlich für „Bündel“ oder „Knäuel“ und bezeichnet hier ein Polster, das von außen auf das Ohr drückt). Später funktioniert weder ein Ankleben mit Pflaster noch eine spezielle Lagerung.
Vor allem mit längeren Haaren lassen sich die Ohren kaschieren, solange man keine Wasserratte mit ständig am Kopf klebenden Haaren ist oder keinen Chef hat, der bei einem jungen Mann einen korrekt-kurzen Haarschnitt wünscht. Die Korrektur abstehender Ohren ist keineswegs eine rein weibliche „Eitelkeit“: etwa ein Drittel der Patienten, die eine Ohranlegeplastik wünschen, sind Jungen oder Männer.
Abstehende Ohren - eine Krankheit?
Abstehende Ohren beeinflussen nicht das Hörvermögen. Angeborene starke Ohrmuschelfehlbildungen können allerdings auch mit Mittel- oder Innenohrveränderungen vergesellschaftet sein und stellen dann eindeutig eine Krankheit dar. Im Allgemeinen wirken sich unschöne Ohren, auch Höckerbildungen, das Tassen- oder Schüsselohr, abstehende Ohrläppchen und abstehende Ohren insgesamt nicht auf die körperliche, sondern vor allem auf die seelische Gesundheit negativ aus, sodass durch eine operative Korrektur die Lebenszufriedenheit sehr deutlich steigen und seelische Fehlentwicklungen vermieden werden können.