Wer bietet Faltenbehandlungen an? An wen wenden?
Viel Geld ist schnell abgeknöpft, und Falten lassen sich auch recht zügig glätten. Ob der schöne Schein von Dauer ist, oder ob Sie es mit einem „billigen Jakob“ zu tun hatten, merken manche Menschen leider zu spät. Erfahrung und Seriosität sollten das wichtigste Auswahlkriterium sein, bevor Sie jemanden an Ihr Gesicht lassen.
Hautverjüngende und faltenstraffende Verfahren werden angeboten von:
• Ärzten
• Zahnärzten (kein Scherz)
• Heilpraktikern
• Kosmetikerinnen (in einigen Bundesländern)
Dass auch Kosmetikerinnen in einem medizinischen Graubereich tätig sein können, ist eine Frage der Gesetzgebung. Ob Kunden dieses Angebot wahrnehmen hängt ganz allein von ihnen selbst ab. Die Peelings, die Kosmetikerinnen anbieten, sind für die Gesundheit unbedenklich, mit Ausnahmen möglicher Allergien, die aber bei allen Pflegeprodukten auftreten können. Injektionen unter die Haut sollten dagegen dem Arzt überlassen bleiben - hierbei können Blutgefäße und Nerven verletzt werden und schwere allergische Reaktionen auftreten, die sofort kundiges Handeln erfordern.
Ob Zahnärzte für eine Laserbehandlung ausgebildet sind, mag dahingestellt bleiben. Für eine neue Zahnfüllung gehen Sie auch nicht zum Psychiater oder Orthopäden. Suchen Sie sich am besten einen kompetenten Spezialisten.
Der Begriff „Schönheitschirurgie“ ist im Gegensatz zu den Facharztbezeichnungen nicht geschützt und darf von jedem Arzt verwendet werden, unabhängig von seiner Ausbildung. Manche Operateure erwerben sich ihr Wissen auf Wochenendseminaren. Diese Seminare wiederum werden meist von Firmen angeboten, die ihre Geräte und Substanzen möglichst schnell auf den Markt bringen wollen.
Die Ausbildung zum Arzt für Plastische Chirurgie dauert dagegen 6 Jahre und beinhaltet auch die Ästhetische Chirurgie. Unteranderem muss der Chirurg, der diese Facharztqualifikation erwerben will nachweisen, dass er eine festgelegte Anzahl an Operationen verschiedener Art durchgeführt hat. Ein Arzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie (so lautet der Facharzttitel) verfügt damit unter hoher Wahrscheinlichkeit über eine sichere Technik, wobei die Spezialisierung durchaus unterschiedlich sein kann. Unter die Plastische Chirurgie fallen neben der ästhetisch-plastischen Chirurgie auch die wiederherstellende Chirurgie, z.B. nach Unfällen und Verbrennungen, die Handchirurgie und die chirurgische Behandlung von Missbildungen.
Am besten geeignet ist ein Arzt für Plastische Chirurgie mit dem Schwerpunkt Ästhetisch-Plastische Chirurgie, der die gewählten Verfahren (Lifting, Laserbehandlung usw.) regelmäßig anwendet.
Neben dem Facharzt für Plastische Chirurgie kann auch eine Zusatzbezeichnung „Plastische Operationen“ von Fachärzten anderer Richtungen (HNO-Ärzten, Mund/Kiefer/Gesichtschirurgen) erworben werden. Neben dem Hauptfachgebiet erweitert die ca. zweijährige Zusatzausbildung speziell die praktischen und theoretischen Kenntnisse über plastisch-chirurgische Eingriffe im Gesicht.
Die Qualifikation lässt sich erfragen. Der Operateur muss das Vertrauen des Patienten gewinnen – nicht umgekehrt. Deshalb sind seriöse Chirurgen bereit, hier Rede und Antwort zu stehen.
Laserbehandlungen werden auch von vielen Hautärzten angeboten. Auch hierbei sind Sie am besten aufgehoben, wenn der Arzt spezialisiert ist für diese Technik und unterschiedliche Lasertechniken für eine individuelle Behandlung zur Verfügung stehen.
Die beste Qualifikation nutzt nichts, wenn die „Chemie“ zwischen Patient und Arzt nicht stimmt. Vertrauen ist die wichtigste Basis für einen Wahleingriff der sich auf die Persönlichkeit auswirken kann.