Peeling: Von sanft bis gründlich
Chemisches Peeling
Das chemische Peeling beseitigt vor allem weniger tiefe Falten, also Knitterfalten, Falten durch sonnengeschädigte Haut oder Falten vorzeitiger Hautalterung. Es kann gleichzeitig Pigmentstörungen (z.B. Sommersprossen, Altersflecken) und erweiterte Haut-Blutgefäßen (Teleangiektasien) verbessern. In Frage kommt das Verfahren auch zur Optimierung einer Lifting-Operation.
Risiken
Das chemische Peeling verätzt (gewollt) die Haut. Um einzuschätzen, wie stark das Mittel im Einzelfall wirkt, kann ein Hauttest vorausgehen. Zu tiefes Peeling kann Narben hinterlassen. Als Reaktion auf das Peeling kann am ersten Tag die Körpertemperatur ansteigen. Einige Patienten berichten über ein Brennen und Jucken innerhalb der ersten Woche. Vor allem Dunkelhäutige reagieren manchmal mit Überpigmentierungen, Hellhäutige dagegen eher mit einer Aufhellung und unnatürlicher Blässe der Haut. Besonders aggressive Substanzen können in den Körper gelangen und dort zu Schädigungen führen.
Wirkung
Die verwendete Säure löst die oberste Hautschicht auf ohne die Zellen zu erreichen, aus der sich die Haut regeneriert. Als Reaktion schwellen die Zellen an. Das Gewebe bildet auf den Reiz hin neue, dichter liegende elastische und kollagene Bindegewebsfasern sowie neue Blutgefäße. Die Oberflächenstruktur wird dadurch feiner, das Gewebe besser durchblutet.
Ablauf
Exodermpeeling wird meist im Dämmerschlaf ausgeführt, da es unangenehm brennen kann. Die Haut wird gereinigt und entfettet, anschließend die Peelinglösung aufgetragen. Die Haut färbt sich kurz weiß, dann schwillt sie an. Da die äußere Schutzschicht nun fehlt, wird beim Exodermpeeling ein Verband für 18 bis 24 Stunden angelegt. Es folgt eine keimhemmende Puderbehandlung, das eine Maske bildet. Diese wird um den 8. Tag abgenommen. Anschließend muss die Haut sorgfältig nach Anweisung gepflegt werden.
Eine Rötung bleibt für 2-6 Wochen sichtbar. Erst dann darf Make-Up aufgetragen werden.
Blue Peel
Ein besser steuerbares chemisches Peeling ist das Blue peel. Zur blauen Basissubstanz ist 15 bis 20-Prozentige Trichloressigsäure kombiniert. Aus der Färbung kann der Arzt erkennen, wie tief das Peeling wirkt. Außerdem dringt sie nur bis zu einer bestimmten Hautschicht vor, so dass ein versehentlich zu tiefes Peeling kaum stattfinden kann – auch die entsprechenden Folgen wie Aufhellungen, Überpigmentierungen oder Narben sind eher nicht zu befürchten. Allerdings ist auch hier die sorgfältige Nachbehandlung unabdingbar. Empfohlen wird auch eine Vorbehandlung. Der größte Anteil der Blue-Peel-Behandlung liegt damit in der Verantwortung des Patienten.
Kosmetische Peelings
Weniger tiefenwirksam, aber auch weniger aufwändig sind kosmetische Peelings, die teilweise sogar zu Hause durchgeführt werden können. Sie kommen eventuell bei Aknenarben, sonnengeschädigter Knitterhaut mit Pigmentstörungen und zur Verzögerung der Hautalterungszeichen in Frage. Damit wird nicht nur das Gesicht, sondern bei Bedarf der ganze Körper behandelt. Die Haut wird besser durchblutet und zur Bildung neuer Substanz angeregt.
Durch Schleifpartikel, Enzyme oder Fruchtsäuren werden überwiegend tote Hautschüppchen entfernt, zusätzlich wird die Durchblutung nachhaltig angeregt, teilweise auch die Bildung neuer Bindegewebsfasern.