Professor Dr. med. Wolfgang Gubisch - Plastische, ästhetische und rekonstruktive Gesichts- und Halschirurgie am Marienhospital Stuttgart Lahmlegen der faltenverursachenden Muskeln mit Botulinumtoxin | Prof. Dr. med. Gubisch + Plastische Gesichtschirurgie am Marienhospital Stuttgart
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Lahmlegen der faltenverursachenden Muskeln mit Botulinumtoxin
Bekannt wurde das Muskel lähmende Botulinum-Toxin erst einmal als „Wurstgift“, das verdorbene Konserven zu lebensgefährlichen Nahrungsmitteln machte. Auch als biologischer Kampfstoff machte es von sich reden, ebenso erschließen sich dem Gift aber auch immer mehr Einsatzfelder in der Medizin. Ob das Botulinum-Toxin (z.B. Botox®) als Gift wirkt oder zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden kann, bestimmt seine Dosis. Das abgeschwächte Gift Botulinustoxin A (auch Botulinum Toxin) wurde bereits vor etlichen Jahren für die ästhetisch-plastische Chirurgie entdeckt. Das Einspritzen eignet sich besonders für Zornesfalten, Krähenfüße und die waagerechten Stirnfalten, die allesamt durch einen kräftigen Muskelzug hervorgerufen werden. Weitere Einsatzgebiete sind Falten am seitlichen Mundwinkel, seitlich abgesunkene Augenbrauen und Platysmabänder am Hals.

Vorgehen
In die Muskeln, die zur Faltenbildung beitragen, spritzt der Arzt gezielt an mehreren Punkten das Toxin ein. Die Wirkung ist erst nach ein bis drei Tagen zu erkennen. Sie erreicht ihr Maximum ein bis zwei Wochen später, hält dann vier bis sechs Monate an und lässt allmählich nach. Das Gift bleibt zwar an Ort und Stelle gebunden, aber in die Muskeln wachsen neue Nervenendigungen ein, so dass die Lähmung aufgehoben wird. Wie lange die Wirkung anhält, hängt von der angewendeten Technik sowie von individuellen Umständen ab.

Risiken und Komplikationen

Bei Krankheiten die sich auf die Nervenendigungen auswirken, sollte das Toxin nicht eingesetzt werden, wie z.B. bei Myasthenia gravis. Während der Schwangerschaft und Stillzeit und unter Einnahme muskelentspannender Medikamente sowie bestimmter Antibiotika muss auf diese Technik verzichtet werden. Wird durch falsche Injektion der Lidhebermuskel geschwächt, hängt das Oberlid herab. Wenn das Toxin die Augenmuskeln erreicht, kann es zum Sehen von Doppelbildern kommen. Weitere Risiken sind Augentrockenheit, Entzündung der Hornhaut des Auges, Blutergüsse und Lidschwellungen (in weniger als 1% der Fälle). Diese Erscheinungen bilden sich innerhalb weniger Tage bis Monate wieder zurück. Wie häufig solche Komplikationen auftreten, hängt auch mit der Erfahrung des Anwenders zusammen.

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