Professor Dr. med. Wolfgang Gubisch - Plastische, ästhetische und rekonstruktive Gesichts- und Halschirurgie am Marienhospital Stuttgart Auffüllen von Falten | Prof. Dr. med. Gubisch + Plastische Gesichtschirurgie am Marienhospital Stuttgart
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Auffüllen von Falten
Wenn nur einzelne tiefe Falten die Gesichtslandschaft stören, lassen sich diese auch von innen auffüllen – der Vorgang geht ziemlich rasch, die Heilung auch. In diesem Segment sind ständig neue Produkte auf dem Markt, aber Vorsicht: ihre Wirkung auf lange Sicht ist oft nicht klar.

Bei der Fillertherapie (Unterfütterung von Falten) wird im Bereich von Hautfalten, z.B. im Nasolabialbereich oder dem Mundwinkel, Volumen in die Haut oder Unterhaut gebracht z.B. durch spritzen. Hierfür stehen mehrere,  grundsätzlich unterschiedliche Substanzen zur Verfügung. Die Wertigkeit und der Einsatzbereich der einzelnen Substanzen ist unterschiedlich und abhängig von der Tiefe und Lokalisation der Falten. Auf den Einsatz von nichtresorbierbaren Fillern sollte verzichtet werden, da diese in seltenen Fällen heftige Fremdkörperreaktionen verursachen die zu massiven Problemen führen können.

Für die Therapie von Falten werden verwendet:

Körpereigenes Gewebe
Fettgewebe oder Dermis (Unterhautgewebe) kann z.B. vom Bauch entnommen und unter die Falte gespritzt oder eingezogen werden. Diese Verfahren sind nicht für feine, oberflächliche Falten geeignet, können aber größere Gewebedefizite auffüllen. Auch eine Lippenvergrößerung kann mit dieser Methode durchgeführt werden. Da meist nur ein Teil des frei verpflanzten Gewebes am Zielort stabil anwächst, sind meist mehrere Sitzungen erforderlich.

Resorbierbare Filler
Inzwischen gibt es eine nahezu unübersehbare Vielfalt an resorbierbaren Fillern auf dem Markt. Sie bestehen entweder aus Kollagen (einer Eiweißkette, die aus Rinderhäuten gewonnen wird) oder Hyaluronsäure (einer Zuckerkette, die von Tieren (Geflügel) gewonnen oder im Labor hergestellt wird). Beide Substanzen kommen auch in der menschlichen Haut vor. Bei Kollagen muss vor der ersten Behandlung ein Allergietest durchgeführt werden was bei der Hyaluronsäure nicht notwendig ist. Ansonsten haben beide Produkte ähnliche Eigenschaften. Es gibt für die unterschiedlich tiefen Falten unterschiedliche Präparate. Sie werden als fast körperidentische Stoffe mit der Zeit „verstoffwechselt“ und abgebaut, so dass die Behandlung im Abstand von 4-8 Monaten (abhängig von Präparat und Ort der Behandlung) wiederholt werden muss. Entzündungsreaktionen im behandelten Gebiet, die ähnlich wie Fremdkörperreaktionen auftreten sind extrem selten und zeitlich begrenzt.

Langsam resorbierbare Filler
Es gibt auch Filler deren Effekt länger anhält, da die Inhaltsstoffe nur sehr langsam abgebaut werden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Polymilchsäure oder Hydroxylapatit (einer der Bausteine von Knochensubstanz). Beides sind Substanzen, die in der Haut nicht natürlich vorkommen. Ein Problem kann darin bestehen, dass es während der relativ langen Resorptionszeit (von 18 Monaten bis zu mehreren Jahren) zu Fremdkörperreaktionen mit Schmerzen und Schwellungen kommen kann.

Nichtresorbierbare Filler
Sie beinhalten kleine Kunststoffpartikel in einer Trägersubstanz aus Hyaluronsäure oder Kollagen. Der Anteil der Trägersubstanz wird vom Körper allmählich abgebaut, die Kunststoffpartikel verbleiben jedoch in der Haut. In sehr seltenen Fällen kommt es zu Fremdkörperreaktionen mit heftigen Entzündungen. Dies führt zu Schwellung und Rötung der Haut und zu Schmerzen. Um die Entzündungsreaktion auf Dauer zu stoppen, müsste die Substanz wieder aus der Haut entfernt werden. Da die Substanz aber fein verteilt innerhalb und unmittelbar unter der Haut liegt, ist die vollständige Entfernung äußerst problematisch und geht mit ausgedehnten Narben einher. Durch Einspritzen von entzündungshemmenden Medikamenten in das betroffene Gebiet kann z.T. eine vorübergehende Linderung erreicht werden.

Kunststoffe
Es gibt z.B. Fäden aus Goretex®, welche unter die Haut gebracht werden können. Gelegentlich kann man diese Substanzen durch die Haut tasten. Falls Probleme entstehen ist bei einigen Materialien eine relativ problemlose Entfernung möglich.

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