Risiken der Verfahren zur Faltenbehandlung
Keines der hautverjüngenden Verfahren ist frei von Risiken. Sie sind zwar insgesamt selten, aber hier begibt sich jemand nicht wegen einer Krankheit, sondern der Schönheit zuliebe in Behandlung. Deshalb ist es wichtig, den zu erwartenden Schönheitsgewinn und das einzugehende Risiko für sich persönlich richtig einzuschätzen.
Die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen hängt von der Erfahrung des Operateurs, der eingesetzten Technik, aber auch von Faktoren seitens des Patienten ab. Bei starken Rauchern ist die Hautdurchblutung deutlich vermindert, Durchblutungs- und Heilungsstörungen sind hier häufiger. Hoher Blutdruck kann Blutungen auslösen, auch nach dem Eingriff noch. Die Veranlagung zur Entstehung dicker Narben (Keloide) muss berücksichtigt werden. Aber selbst bei völlig gesunden Menschen, großer Erfahrung des Operateurs und weniger riskantem Verfahren sind Komplikationen nie ganz ausgeschlossen.
Komplikationen beim Facelift
• Blutungen und übermäßige Blutergüsse (bei ca. 2,5% aller Lifting-Operationen). Vorbeugend wird bei ausgedehnteren Eingriffen eine Saugdrainage ins Wundgebiet eingelegt, damit sich Blut und Sekret nicht stauen können. Bei stärkeren Blutungen kann eine Nachoperation notwendig werden.
• Absterben von Haut (Nekrose) – durch Störung der Blutversorgung, ungünstiger Spannung, Infektion oder zu starkem Druck während der Operation. Bei Rauchern ist dieses Risiko etwa um das Zwölffache erhöht. Meist wächst gesunde Haut nach, so dass man die nekrotische (abgestorbene) Haut in der Regel nicht ausschneidet. Aber als Endresultat bleibt dann eine flächenhafte Narbe zurück.
• Entzündung im Operationsgebiet – aufgrund der guten Durchblutung eher selten (betroffen sind v.a. Raucher). Hier werden meist Antibiotika notwendig. Zur Vorbeugung einer Virusinfektion wie z.B. Herpes, müssen bei entsprechendem Risiko bereits vor der Operation virushemmende Tabletten eingenommen werden.
• Haarausfall bei Schnittführung im behaarten Bereich – durch Zug, ungünstige Schnittlegung oder Infektion. Wenn das Haar nicht wieder nachwächst, sind Eigenhaartransplantationen möglich.
• Nervenschäden an den motorischen und sensiblen Gesichtsnerven – bei kleineren Ästen regeneriert sich die Nervenfunktion meist innerhalb von 2-3 Monaten. Sind größere Äste beteiligt (taubes Gefühl, schlaffe Muskeln im betroffenen Bereich – z.B. herabhängender Mundwinkel, herabhängende Braue), muss man meist mit einem Dauerschaden rechnen. Ein taubes Gefühl im Gesicht in den ersten Wochen nach dem Eingriff ist völlig normal und kein Zeichen eines Nervenschadens.
• Anhaltende Schwellungen können durch einen gestörten Abfluss von Gewebsflüssigkeit (Lymphe) verursacht sein und treten vor allem nach tieferen Eingriffen auf. Cortison wirkt dann abschwellend.
• Narben können unregelmäßig schrumpfen oder sich verdicken. Sie liegen allerdings weitgehend in kaum einzusehenden Bereichen (hinter dem Ohr, im Haar). Selten ist eine Narbenkorrektur notwendig (frühestens 8-12 Monate nach dem Ersteingriff). Gelegentlich fallen auch Narben unter der Haut als Stränge auf.
• Verlagerung des Haaransatzes, wenn die Schnitte in den behaarten Bereich verlagert werden. Deshalb werden die Schnitte heute meist an den Haaransatz gelegt. Schmerzen sind selten, können aber in Einzelfällen auftreten. Ein anfängliches Spannungsgefühl ist normal.
Komplikationen bei Faltenunterspritzung
Unverträglichkeitsreaktion oder Allergien aufgrund des verwendeten Materials können selbst dann eintreten, wenn es vorher als verträglich ausgetestet wurde. In diesem Fall ebenso bei Infektion muss es möglicherweise wieder entfernt werden, was nicht immer zufriedenstellend gelingt und vom Material abhängt (meist problemlos bei Goretex®, bei z. B. Artecoll® praktisch nicht möglich). Die Allergie kann sich örtlich oder im gesamten Körper auswirken.
Komplikationen bei Botulinumbehandlung
Bei Behandlung mit Botulinum Toxin können die falschen Muskeln gelähmt werden, so dass z.B. das Oberlid hängt. Die Komplikation ist allerdings zeitlich begrenzt, weil neue Nervenendigungen an den Muskel heranwachsen.
Komplikationen bei Laser- und Peelingbehandlung
Dunkelhäutige oder stark Gebräunte sollten nicht gelasert werden, weil sie ein hohes Risiko für eine Pigmentstörung tragen. Nach einer Laserbehandlung kann eine Herpes-Infektion aufflammen. Dies muss bei entsprechendem Risiko durch vorausgehende Einnahme von virushemmenden Medikamenten verhindert werden.
Durch Hautschrumpfung können die Unterlider nach unten gezogen werden, was ein „Triefauge“ hervorruft und eine operative Korrektur erforderlich machen kann.
Durch chemisches Peeling wird die Haut aufgehellt, was bei Hellhäutigen unnatürlich aussehen kann. Wird nur ein begrenztes Gebiet chemisch behandelt, bleiben Grenzen zur nicht aufgehellten Haut deutlich sichtbar. Deshalb kann man anschließend auf Make-Up nicht verzichten.
Kupferfinnen (Couperose, erweiterte rote Äderchen) können durch chemisches Peeling verstärkt werden. Eine Herpes-Infektionsgefahr ist auch nach chemischem Peeling gegeben.
Die Säure kann sich unkontrolliert tief auswirken. Narben und Pigmentstörungen können die Folge sein. Daher ist eine vorsichtige Behandlung in mehreren Sitzungen vorzuziehen.