Professor Dr. med. Wolfgang Gubisch - Plastische, ästhetische und rekonstruktive Gesichts- und Halschirurgie am Marienhospital Stuttgart Leistungen | Lifting-Methoden | Prof. Dr. med. Gubisch + Plastische Gesichtschirurgie am Marienhospital Stuttgart
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Die einzelnen Möglichkeiten
Das Standardlift

Das klassische gründliche Lifting verjüngt Wangen und Hals deutlich und dauerhafter als die meisten anderen Verfahren. Es strafft die Haut und ihre Unterlage. Alle Falten kann es jedoch nicht erfassen, aber es lässt sich mit anderen Techniken kombinieren.

Das klassische Facelift strafft Wangen und Hals. Die Schnitte werden wesentlich um das Ohr geführt und an den Haaransatz oder in die Haare gelegt. Auffallende Narben bleiben daher kaum zurück. Im Bereich des Ohres muss der Schnitt besonders sorgfältig gelegt werden, um eine spätere Verformung des Ohrläppchens zu vermeiden.

Nach Legen der Hautschnitte werden Haut und darunter liegendes Gewebe voneinander abgelöst. Auch die tiefere, die SMAS-Schicht, wird von ihrer Unterlage abgetrennt, um ein Lift in zwei Schichten zu ermöglichen. Nach Straffung der SMAS-Schicht mit Muskulatur, Bindegewebe und Fettpölsterchen wird die Haut glatt gestrichen, der Hautüberschuss von etwa 2-5 cm Breite entfernt und die Ränder spannungsfrei vernäht. Die einzelnen Schichten können in verschiedenen Richtungen gespannt werden.

Damit Wundsekret nach außen ablaufen kann, wird eine Saugdrainage in das Operationsgebiet eingelegt. Für die Hautnaht wird eine sogenannte versenkte Naht gewählt, die später eine strichförmige Narbe hinterlässt. Bei einem Schnitt im behaarten Bereich kann auch geklammert werden.


Brauenlift

Tief hängende Augenbrauen verdüstern den Gesichtsausdruck. Manchmals stört auch die Form der Augenbrauen, die ebenfalls durch ein Brauenlifting korrigiert werden kann.

Der Operateur muss beurteilen, welche Faktoren zu tiefen, schweren Augenbrauen beitragen. Sie lassen sich entweder durch ein Stirnlift anheben oder durch ein direktes Brauenlift. Das Brauenlift kann auch den Bogen der Augenbrauen korrigieren.
Entsprechend der Form der Augenbrauen wird an ihrem oberen Rand ein Hautstreifen entfernt und die verbliebenen Ränder spannungsfrei vernäht. Die entstehende Narbe am oberen Brauenrand ist meist unauffällig, kann aber auch mehr oder weniger sichtbar sein. Wenn sie zu stark hervortritt, lässt sie sich überschminken.


Schläfenlift bei Falten an der Schläfe

Müde herabhängende Augenbrauen und Falten im Schläfenbereich werden mit dem Schläfen-Lift gestrafft. Krähenfüße werden damit aber nur wenig glatt gezogen.

Das Schläfenlift wird meist in Verbindung mit einem Stirnlift vorgenommen, kann aber auch separat durchgeführt werden. Es kommt vor allem in Frage bei ausgeprägten Falten im Schläfenbereich und bei abgesunkenen Augenbrauen. Krähenfüße können dadurch kaum dauerhaft beseitigt werden. Die erschlaffte Haut wird an der oberflächlichen Muskelhaut des Kaumuskels gefasst und an höherer Stelle auf der tiefen Schicht der Kaumuskelhaut befestigt. Gelegentlich wird auch ein kleiner behaarter Hautstreifen mit entfernt.


Operationsverfahren bei Stirn- und „Zornesfalten“ Stirnlift

Schon der Ausdruck „Zornesfalten“ zeigt an, dass diese Falten mit negativen Assoziationen besetzt sind. Ein Grund mehr, um sie loswerden zu wollen. Ein gezieltes Lifting ist meist richtig, denn die übrige Haut ist vielfach gar nicht so faltig.

Steile und meist ärgerlicherweise recht tiefe Falten zwischen den Brauen oder die beim Stirnrunzeln entstehenden „Sorgenfalten“ werden mit eher unsympathischen Eigenschaften in Verbindung gebracht, sodass sich Menschen mit diesen Falten oft ganz falsch eingeschätzt fühlen. Die Ursache ist hier weniger eine Hautalterung, die natürlich hinzukommt, sondern mehr ein kräftiger Muskelzug. Die in Frage kommenden Eingriffe zielen darauf ab, diesen Muskelzug außer Gefecht zu setzen.

Botulinumtoxin wirkt zwar gerade über eine Muskellähmung, aber seine Wirkung ist immer nur vorübergehend. Daher werden als dauerhaftere Alternative operative Verfahren angeboten. Bei der konventionellem Operation geht man von einem größeren Schnitt am Haaransatz oder in den Haaren direkt ins Operationsgebiet. Bei endoskopischem Vorgehen arbeitet der Chirurg indirekt über eine Optik. Er führt sie durch einen schmalen Hautkanal mitsamt den miniaturisierten Instrumente ins Operationsgebiet ein. Vorteilhaft sind hier die kleineren Schnitte. Allerdings wird hierbei überschüssige Haut nicht mit entfernt, sondern diese wird durch Muskelzug in Richtung Hinterkopf verlagert. Die Zornesfalten können auch im Rahmen einer Oberlidkorrektur mitbehandelt werden.


Konventionelles Stirnlift


Der Hautschnitt wird hinter der Stirn-Haar-Grenze in den Bereich der Haare gelegt. Haut oder Haut und Muskeln werden umgeklappt und die Muskelfasern, die für die Falten verantwortlich sind, ausgedünnt. Der Hautüberschuss wird entfernt. Auf jeden Fall besteht anschließend vorübergehend eine Taubheit, und auch ein Haarausfall im Bereich der Narbe kann nicht immer sicher vermieden werden.


Stirnlift durch Spannen der Haut von der Haargrenze aus

Bei einer hohen Stirn wird man eher von der Stirn-Haargrenze aus vorgehen, um neben dem Anheben der Brauen die Höhe der Stirn gleichzeitig zu verkleinern. Wenn lediglich die Haut und nicht auch der Muskel gestrafft wird, ist der Effekt der Augenbrauenhebung deutlich größer. Das alleinige Umklappen der Haut vermindert zudem das Risiko, dass im Operationsgebiet später eine Taubheit auftritt. Wenn der Schnitt an der Stirn-Haar-Grenze liegt und nicht im behaarten Bereich, können auch keine Haare ausfallen.
Nach Ausdünnen der Muskeln wird die Haut- oder die Haut-Muskelschicht glatt gestrichen und am oberen Rand ein etwa 1-2 cm breiter Hautstreifen entfernt. Abschließend werden die Hautränder zugenäht oder geklammert.


Endoskopisches Stirnlifting

Bei dieser„Schlüsselloch“-Operation über optische Instrumente werden meist 3, wenn die Schläfe mitkorregiert wird 5 kurze, 1-2cm lange Einschnitte im behaarten Bereich vorgenommen. Von hier aus kann die Stirnhaut abgelöst und die Augenbrauen angehoben werden. Gleichzeitig kann auch die für die Zornesfalte verantwortliche Muskulatur mit entfernt werden. Das endoskopische Lifting hat ein geringeres Risiko der Taubheit im Bereich der Haut.


Midface-Lift bei Falten von der Nase zum Mund

Tiefe Falten von den Nasenflügeln zum äußeren Mundwinkel werden vom Absinken des tiefen Fettgewebes verursacht. Entsprechend tief im Gewebe muss auch die Korrektur vorgenommen werden.

Ein besonderes Problem liegt vor, wenn Fettgewebe im Bereich des Jochbeins („Wangenknochen“) und im Wangenbereich absinkt. Die führt zu Schwellungen, die oft mit Tränensäcken verwechselt werden. Außerdem werden die Falten, die von den Nasenflügeln zum äußeren Mundwinkel verlaufen, die sogenannten Nasolabialfalten, stark betont.

Diese Alterserschienungen lassen sich meist von einem Schnitt in der Schläfe aus, kombiniert mit einem Schnitt im Mund und manchmal auch am Unterlid, korrigieren. Dabei wird das Gewebe in einer sehr tiefen Schicht abgelöst und in Richtung Stirn, seitlich nach oben verlagert und auf der Muskelhaut des Kaumuskels befestigt.



1001 weitere Lifting-Methoden

Das Lifting wurde in endlosen Varianten abgewandelt. Sie sind nicht unbedingt besser. Vorsicht und kritische Kenntnis sind hier mehr als angebracht.


Bio-Lift

„Bio“ ist eine Modewelle, auf der es sich gut surfen lässt. So konnte auch unter diesem vermeintlichen Verkaufsschlager-Etikett ein Bio-Lifting nicht ausbleiben. Was die Anbieter damit meinen ist ganz unterschiedlich – die Verwendung eines „biologischen“ Klebers statt Fäden, die Injektion tierischer Produkte durch Kosmetikerinnen oder Heilpraktiker (kein Lifting!), das Auftragen oberflächlich peelender (hautschälender) Substanzen. Hier führt nur Fragen weiter. Antworten sollten Sie vor allem auf folgende Punkte suchen:

• Wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis?
• Wie lange hält die Wirkung vor, wie intensiv ist sie?
• Welche Risiken birgt die Methode? (Auch eine „Bio“-Methode hat Risiken!)
• Welche Erfahrung und Ausbildung hat der Anwender?

Ziehen Sie am besten weitere Meinungen hierzu ein.


Mini-Lift


Als Mini-Lift wird ein Verfahren unter neuem Gewand angeboten, das von Experten bereits seit Längerem als unzureichend wirksam verlassen wurde. "Mini" sollen die Kosten (im Vergleich zum Standard-Lift), die Abheilungszeiten und die Ausdehnung des Eingriffs sein. Die Haut wird vom Schnitt ausgehend nur wenige Zentimeter von der Unterlage gelöst, das Unterhautgewebe wird nicht mit gestrafft. Als (normale) Operationsfolge schwillt das Gewebe an, wodurch sich die Falten zusätzlich glätten. Dieser Effekt ist allerdings nur vorübergehend.

Die Kosten des „Mini-Lift“ sind im Verhältnis zum erreichten Effekt meist „maxi“. Dies ist ähnlich beim sogenannten S-Lift.
Weil Haut dehnbar ist, gibt das durch "Minilift" gestraffte Gewebe sehr schnell wieder nach, und der Zustand vor der Operation ist innerhalb kurzer Zeit wieder erreicht. Seriöse Operateure lehnen diesem Eingriff daher ab. Dass viele kleine Eingriffe einen größeren, späteren Eingriff entbehrlich machen, trifft nicht zu, da sie das Erschlaffen der tieferen Strukturen nicht verhindern.

Midi-Lift


Das „Midi-Lift geht etwas tiefer und ist ein Mittelding zwischen dem Minilift (von der Ausdehnung her) und dem Standard-Lift (von der Tiefe des erfassten Gewebes her). Die Erholung verläuft entsprechend dem weniger ausgedehnten Eingriff rascher als beim Standard-Lift. Wegen des begrenzten Operationsausmaßes liegen die Kosten niedriger. In erster Linie sollten allerdings nicht die Kosten entscheiden, sondern sondern der langandauernde Erfolg. Ein seriöser Operateur wird nicht mehr und nicht weniger straffen als notwendig und Ihnen entsprechend zum Standard-Lift oder einer geringeren Ausdehnung des Eingriffes raten.


Weitere Liftings

Für das Lifting gibt es unzählige Varianten, weil die Flächenausdehnung und die Beteiligung der Schichten variieren kann. Zudem haben einzelne Operateure auch individuelle Methoden entwickelt. Daraus ergibt sich eine babylonische Begriffsvielfalt wie Composite Lift, Mask Lift, Omega Lift, Myolift, Hamra-Lift. Um sich für ein Verfahren zu entscheiden, sind die folgenden Aspekte wichtig:

• Welche Bereiche glätten sich? Welche bleiben mehr oder weniger unverändert?

• Wie lange hält die Wirkung an?

• Werden die persönlichen Gesichtszüge verändert?

• Wie hoch ist das Risiko von Nerven-, Durchblutungsschäden, wie lange bleiben nach der Operation Schwellungen bestehen, wie ausgeprägt sind Blutergüsse?

• Wie viele Patienten hat der Chirurg mit dem empfohlenen Verfahren operiert? Wer bietet es noch an - oder ist es seine spezielle Methode?

• Wie und in welchen Punkten unterscheidet es sich vom Standard-Lifting, was sind seine Nachteile (hätte es ausschließlich Vorteile, wäre das angebotene Verfahren zum Standard-Lift geworden!)
 
• Ist das Verfahren „brandneu“, liegen also noch gar keine Langzeitnachbeobachtungen (möglicherweise unliebsamen Überraschungen) vor?

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